Ich sehe KI als Chance, Beschäftigte zu entlasten und ihre Fähigkeiten zu erweitern. Gleichzeitig müssen wir ehrlich über Tätigkeiten sprechen, die künftig wegfallen können.
Auswertungen, Dokumentation und andere Routinen lassen sich teilweise automatisieren. Damit können Aufgaben neu verteilt werden und einzelne Stellen unter Druck geraten. Neue Aufgaben entstehen ebenfalls; sie ersetzen wegfallende Arbeitsplätze aber nicht automatisch und verlangen häufig andere Kenntnisse.
Die ILO bewertet in ihrer Untersuchung von 2025 die Veränderung von Tätigkeiten als wahrscheinlicher als die vollständige Ersetzung der meisten Berufe. Daraus lässt sich keine Arbeitsplatzgarantie für einen einzelnen Betrieb ableiten.
Für mich ist das eine Führungsaufgabe: Veränderungen früh erklären, Beschäftigte einbeziehen und Qualifizierung im Arbeitsalltag ermöglichen. Prozesswissen, praktische Erfahrung, Urteilsvermögen und gute Zusammenarbeit müssen mit neuen digitalen Fähigkeiten verbunden werden. Auch Menschen ohne ausgeprägte Technikaffinität brauchen einen verständlichen Zugang.
Mein Anspruch ist, Produktivitätsgewinne mit Entwicklungschancen und einer fairen Gestaltung des Wandels zu verbinden. Weiterbildung braucht dafür Zeit und Unterstützung. Wenn Stellen betroffen sind, gehört eine offene und verantwortliche Auseinandersetzung mit den Folgen dazu.
Fachlicher Hintergrund: ILO: Generative AI and Jobs, 20. Mai 2025. Die Studie betrachtet mögliche Auswirkungen generativer KI auf Aufgaben; sie ist keine Prognose zu sämtlichen Folgen industrieller Automatisierung.